ATLAS OF NONEXISTENT PLACES
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Maria Sieradzki
2016
sieradzki.maria@gmail.com

NICHT
EXISTENTE
ORTE

Man darf keiner Karte trauen.
Ob beabsichtigt oder nicht, eine Karte kann niemals die absolute Wirklichkeit wiedergeben. Das liegt zum einen am so genannten kartografischen Paradoxon: Dadurch, dass man versucht eine dreidimensionale Oberfläche auf ein zweidimensionale Ebene zu projizieren, entstehen zwangsläufig Verzerrungen der tatsächlichen Gegebenheiten. Die geläufige Darstellung der Kontinente auf Weltkarten beispielsweise hat durch die Projektion der kompletten Kugeloberfläche der Erde eine starke Verzerrung in der Vertikalen, sodass Länder im Norden oder Süden kleiner abgebildet werden, als sie eigentlich sind. Es liegt jedoch auch gelegentlich in der Intention des Kartengestalters, dass Karten keine wahrheitsgetreue Wiedergabe der Wirklichkeit darstellen. Die geografischen Abbildungen werden entweder nicht absolut naturgetreu erstellt oder Details verändert, hinzugefügt bzw. ganz weg gelassen, um den Betrachter gezielt zu manipulieren. Informationen werden verzerrt, ungewollte Tatsachen aus-gelassen oder verfälscht. Gerade bei militärischen Karten war es nicht unüblich geografische Informationen so zu manipulieren, dass sie entweder die Gegenpartei in die Irre führen sollten oder versteckte Botschaften an Verbündete ermöglichten. So sind beispielsweise Fälle bekannt, bei denen Kartographen versteckte Nachrichten mithilfe von Morsezeichen in topographische Begrenzungslinien versteckt haben. Auch im Bereich der Werbung und der Wirtschaft ist es bis in die heutige Zeit üblich Karten dahingehend zu zeigen, dass z. B. eigene Standorte hervorgehoben wurden, während Konkurrenzläden überhaupt nicht Einzug in die Karte finden. Durch gezielte Wahl des dargestellten Ausschnitts und Maßstabs kann ebenso verschleiert werden, dass direkt neben der beworbenen Wohngegend ein Kraftwerk steht, wie die Tatsache, dass der Strand viel weiter vom Hotel entfernt ist als angenommen. Darüber hinaus lässt es sich kaum verhindern, dass die Kartografen als Gestalter Einfluss auf die Darstellungen nehmen und so die Welt nach ihrem eigenen Sichten verändern – und gelegentlich erlauben sich auch Kartengestalter einfach nur einen Spaß oder sind in ihrer Arbeit fehlbar. Obwohl Karten immer mit der größtmöglichen Genauigkeit erstellt werden (sollten), um exakte Lokation und Wegführungen genauso zu gewährleisten wie politische oder wirtschaftliche Infor-mationen, kommt es zu (gewollten) Fehlern und Manipulationen der Wirklichkeit.
Am spannendsten dabei sind die Inkorrektheiten,
die nicht existierenden Orten aufgrund der vermeintlichen Seriosität kartografischer Darstellungen als Informationsträger Glaubwürdigkeit und Bedeutung verleihen. Karten werden hauptsächlich genutzt, um gegebene Sachen darzustellen, auch mit Fehlern, die nicht rückgängig gemacht werden können und die – wenn sie nicht erkennbar sind – zumindest auf dem Papier zu einer Tatsache werden. Ein häufiger Grund für absichtlich eingebauten Abweichungen – neben der gezielten Manipulation des Betrachters durch irreführende Informationen oder Auslassungen – ist die Funktion als eine Art Wasserzeichen. Diese Plagiatsfallen sind meistens in Karten eingezeichnete Städte und topographische Besonderheiten, wie Berge, Seen oder Inseln, die in der realen Welt nicht existieren. Auch Straßen werden entweder komplett neu erfunden oder minimal verändert – allerdings nur in einem Maße, dass es den Betrachter nicht in die Irre führt, z. B. durch das Einzeichnen von Sackgassen an Stellen, an denen eh nichts vorzufinden ist. Absichtliche Fehler reichen von verfälschten Objekten über falsch oder unüblich geschriebene Namen bis hin zu Wegen oder Gebäude, die leicht versetzt wurden. Der Kartenurheber fügte derartige Fallen, die augenscheinlich erst einmal nicht ersichtlich sind, in sein Werk ein, um in einem eventuellen Urheberstreit einen eindeutigen Beleg zu haben, dass das andere Werk eine Kopie ist. Wurde beim Plagiat nämlich ebendiese nicht existenten Ortschaften, Straßen oder Geländeeigenschaften übernommen, kann die Kopie durch dieses Merkmal entlarvt werden. Ein fiktiver Ort wird zum Beweis für eine einzigartige Arbeit. Bei digitalen Karten erfolgt die Änderung oftmals an der niedrigsten Stelle der geografischen Koordinaten, die systematisch so verändert werden, dass es für den Benutzer unauffällig, bei Urheberrechtsstreits allerdings immer noch tragend ist.




und haben ihren Weg in heutige Karten gefunden. Auch so genannte »Paper Towns«, Städte und Straßen, die durchaus geplant waren, aber nie realisiert wurden, sind heute noch in einigen geografischen Darstellungen zu finden, da oftmals Baupläne als Kartografievorlagen genutzt werden und Änderungen zu kurzfristig auftraten, um sie zu berücksichtigen, oder nicht mehr in der Karte Einzug fanden. Die »Papierstädte« sind nicht extistente Orte – meistens Straßenabschnitte – die auf der Karte zwischen den anderen wirklichen geografischen Gegebenheiten als solche nicht auffallen, außer man befindet sich real an dieser Stelle. Es gibt zahlreiche Beispiele von solcher Phantomorten, die im Nachhinein bekannt wurden, erst dadurch entstanden sind oder durch ihre Nichtexistenz Popularität erfuhren. Der fiktive Ort Agloe im US-Bundesstaat New York war beispielsweise zunächst als Plagiatsfalle gedacht und existiert mittlerweile tatsächlich: 1930 zeichnete der Gründer eines Straßenkartenverlags und sein Assistent einen nach ihren Anfangsbuchstaben (Otto G. Lindberg und Ernest Alpers) benannten Ort an eine Kreuzung in den Catskill Mountains. Nachdem sich dort allerdings zwanzig Jahre später ein Gemischtwarenladen ansiedelte und sich nach dem fiktiven Ort benannte (als Agloe General Store), wurde Agloe bei einem tatsächlich eintreffenden Urheberrechtsstreit von dem Gericht als existent erklärt. Fiktion wurde so nachträglich zu Realität.
Viele dieser präventiv eingebauten Inkorrektheiten wurden natürlich trotzdem beim Kopieren übernommen
Die Manipulation der Karte, das Erfinden von Ortschaften, Straßen und geografischen Eigenschaften kann nur funktionieren, wenn kartografische Konventionen eingehalten werden, wenn die Elemente als Teil der gesamten Karte akzeptiert werden können. Die nicht existente Information wird durch ihre Form glaubwürdig. Was passiert also, wenn alle inhaltlichen Daten frei erfunden sind und man nur gestalterische Entscheidungen zulässt? Sind Karten noch als solche zu bezeichnen, wenn man die Informationen, die sie wiedergeben sollen, negiert? Ein Informationsträger ohne Informationen? Was geschieht, wenn man Programme Karten anhand zufällig generierter Inhalte zeichnen lässt, jegliche politische, topografische, reale Fakten außer Acht lässt und so ganze nichtexistente Landstriche schafft? Informationen werden abstrakt, die zufallsgenerierten Darstellungen frei interpretierbar. Die von dem Programm geschaffenen Teile lassen sich so kombinieren, dass den zufällig generierten Orten eine ähnliche Glaubwürdigkeit zugesprochen werden kann wie den real erscheinenden Plagiatsfallen. Die Stadt, Ortschaft oder die geografische Beschaffenheit ist nicht mehr ausschließlich die erfundene Komponente in einem realen Umfeld – alles ist erfunden. Nichts kann bewusst manipuliert werden, weil alles manipuliert, alles zufällig ist. Die Karte an sich wird als ein ästhetisches, nicht mehr zweckmäßiges Medium präsentiert. Phantomortschaften und -landstriche werden geschaffen, um nicht zu existieren. Dieser Atlas zeigt die Ergebnisse und Anwendungen von Programmen und Generatoren, die nichtexistierende Orte, Städte, Landschaften und geografische Beschaffenheiten konstruieren, die frei mit eigenen Informationen gefüllt werden können, die abstrakt an kartografische Konventionen erinnern und (noch) keine Bedeutung haben,
außer ihrer nicht existenten Existenz.
Der Zufall ist dabei die entscheidendste Komponente,
da sie im direkten Kontrast zu der eigentlichen Intention einer Karte steht. Karten sollen im besten Fall als optimale Projektion der realen Welt erstellt werden, zumindest wenn sie zur Lokalisation, zur Wegführung und als seriöser Informationsträger dienen. Dabei sind die Fakten durch die Realität vorgegeben. Ohne diese Fakten lassen sich Karten generieren, die nicht-reale Erscheinungen zulassen, Unvorhersehbarkeiten einbeziehen und so Unmöglichkeiten erlauben. Fehler, die es bei der genauen Kartografie zu vermeiden gilt, schaffen hier neue Formen und Details, die die abstrakten Darstellungen, anders als bei realen geografischen Abbildungen, mehr bereichern als schaden.
Mit den Programmen lassen sich unter anderem topografische Grundkarten, Höhenkarten, Stadtpläne und geografische Darstellungen verschiedenster Art erzeugen. Einige wenige Parameter, die hauptsächlich die bildliche Gestaltung der Karten beeinflussen, lassen sich dabei vorher festgen. Alle anderen, das Ergebnis bestimmenden Werte werden vom Code zufällig oder nach Wahrscheinlichkeiten gewählt. Jedes Programm ermöglicht so eine Vielzahl an verschiedenen Ergebnissen. Diese können in weiteren Schritten durch die Kombinationen mit den willkürlichen Resultaten der Generatoren vermeintlich legitimiert werden. Namensgeneratoren geben fiktive Ortsbezeichnungen aus, Maßstäbe lassen sich ebenso zufällig generieren wie Autobahnnummern, Höhenangaben oder Koordinaten. Wirtschaftskarten können mithilfe beliebig zugeteilter Symbole Bedeutung und Möglichkeiten zur Interpretation erhalten. Auch der zusätzliche Einsatz der konventionellen kartografischen Zeichen schafft diverse Möglichkeiten zur nachträglichen Gestaltung und Veränderung. Dabei haben die Karten, egal wie viele Zusatzelemente Platz finden, keinen Informationswert. Dennoch lassen sich einige Programme bzw. deren Ergebnisse durchaus mit vorhandenen, realen Karten kombinieren, da eben kartografische Konventionen an vielen Stellen eingehalten wurden.
Das generierte Kartenmaterial
kann mithilfe einer optionalen Zeichenmaschine ausgegeben werden. Eine zusätzliche Abstraktion ist dabei durch das Ausgabegerät bedingt und ermöglicht so eine zusätzliche Zufallskomponente. Nicht existierende Gelände und Ortschaften werden so durch eine unübliche Darstellungs- und Wiedergabeart neu interpretiert und gestaltet, nachträglich eingefügte Daten verschleiert. Das Zeichengerät ist eine Möglichkeit, jegliche die Kartengestaltung betreffende Entscheidung vollends Programmen zu überlassen. Dabei entstehen genauso wie auch bei den generierten Karten unvorhersehbare Fehler – Ausgangspunkt der ganzen Untersuchung.
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Map_01
Topografische Karte mit Städten
Map_02
Topografische Karte mit Bergen
Map_03
Stadtkarte mit Straßenverläufe
Map_04
Wirtschaftskarte mit Feldabtrennungen
Map_05
Wirtschaftskarte eines größeren Landstriches
Map_06
Punktrasterkarte mit Bereichen und Verdichtungen
Map_07
Konzentrische Kreiskarte
Map_08
Höhenkarte mit Halbtönen
Map_09
Draufsicht und Querschnitt eines Landabschnittes
Map_10
Abstrakter Stadtplan mit Straßennetz
Map_11
Dreidimensionaler Ausschnitt eines Terrains
Map_12
Höhenkarte einer Gebirgskette
Map_13
Topografische Karte eines Tals
Map_14
Dreidimensionaler Ausschnitt eines Gebirges
Map_15
Stadtplan mit Straßennetz
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Mais
Neu generieren
Bad Altenheim
Neu generieren
Friedhof
Neu generieren
Neu generieren
Wirtschafts-
generator
Namensgenerator
Mustergenerator
Symbolgenerator


Weitere
Generatoren:
Farbwähler
Koordinaten-
generator
Generator für
Höhen, Straßen
und Maßstäbe
Der Zugangscode befindet sich unter dem Kapitel »Download« im Atlas.
Für die Programme ist die Installation von Processing notwendig.
  • f_city
  • f_land
  • f_latitude
  • f_river
  • f_roads

  • Farbwähler
  • Koordinatengenerator
  • Wirtschaftsgenerator
  • Generator für Höhen, Straßen und Maßstäbe
  • Namensgenerator
  • Mustergenerator
  • Symbolgenerator
Typ I
Rein topographische Karte I
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Ihre eMail-Adresse:
Typ II
Rein topographische Karte II
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Ihre eMail-Adresse:
Typ III
Topographische Karte mit Bezeichnungen
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Bezeichnungen
  • Deutsch
  • Englisch
  • Zufällig
Ihre eMail-Adresse:

Man darf keiner Karte trauen. Ob beabsichtigt oder nicht, eine Karte kann niemals die absolute Wirklichkeit wiedergeben. Das liegt zum einen am so genannten kartografischen Paradoxon: Dadurch, dass man versucht eine dreidimensionale Oberfläche auf ein zweidimensionale Ebene zu projizieren, entstehen zwangsläufig Verzerrungen der tatsächlichen Gegebenheiten. Die geläufige Darstellung der Kontinente auf Weltkarten beispielsweise hat durch die Projektion der kompletten Kugeloberfläche der Erde eine starke Verzerrung in der Vertikalen, sodass Länder im Norden oder Süden kleiner abgebildet werden, als sie eigentlich sind. Es liegt jedoch auch gelegentlich in der Intention des Kartengestalters, dass Karten keine wahrheitsgetreue Wiedergabe der Wirklichkeit darstellen. Die geografischen Abbildungen werden entweder nicht absolut naturgetreu erstellt oder Details verändert, hinzugefügt bzw. ganz weg gelassen, um den Betrachter gezielt zu manipulieren. Informationen werden verzerrt, ungewollte Tatsachen aus-gelassen oder verfälscht. Gerade bei militärischen Karten war es nicht unüblich geografische Infor-mationen so zu manipulieren, dass sie entweder die Gegenpartei in die Irre führen sollten oder versteckte Botschaften an Verbündete ermöglichten. So sind beispielsweise Fälle bekannt, bei denen Kartographen versteckte Nachrichten mithilfe von Morsezeichen in topografische Begrenzungslinien versteckt haben. Auch im Bereich der Werbung und der Wirtschaft ist es bis in die heutige Zeit üblich Karten dahingehend zu zeigen, dass z. B. eigene Standorte hervorgehoben wurden, während Konkurrenzläden überhaupt nicht Einzug in die Karte finden. Durch gezielte Wahl des dargestellten Ausschnitts und Maßstabs kann ebenso verschleiert werden, dass direkt neben der beworbenen Wohngegend ein Kraftwerk steht, wie die Tatsache, dass der Strand viel weiter vom Hotel entfernt ist als angenommen. Darüber hinaus lässt es sich kaum verhindern, dass die Kartografen als Gestalter Einfluss auf die Darstellungen nehmen und so die Welt nach ihrem eigenen Sichten verändern – und gelegentlich erlauben sich auch Kartengestalter einfach nur einen Spaß oder sind in ihrer Arbeit fehlbar. Obwohl Karten immer mit der größtmöglichen Genauigkeit erstellt werden (sollten), um exakte Lokation und Wegführungen genauso zu gewährleisten wie politische oder wirtschaftliche Informationen, kommt es zu (gewollten) Fehlern und Manipulationen der Wirklichkeit.

Am spannendsten dabei sind die Inkorrektheiten, die nicht existierenden Orten aufgrund der vermeintlichen Seriosität kartografischer Darstellungen als Informationsträger Glaubwürdigkeit und Bedeutung verleihen. Karten werden hauptsächlich genutzt, um gegebene Sachen darzustellen, auch mit Fehlern, die nicht rückgängig gemacht werden können und die – wenn sie nicht erkennbar sind – zumindest auf dem Papier zu einer Tatsache werden. Ein häufiger Grund für absichtlich eingebauten Abweichungen – neben der gezielten Manipulation des Betrachters durch irreführende Informationen oder Auslassungen – ist die Funktion als eine Art Wasserzeichen. Diese Plagiatsfallen sind meistens in Karten eingezeichnete Städte und topografische Besonderheiten, wie Berge, Seen oder Inseln, die in der realen Welt nicht existieren. Auch Straßen werden entweder komplett neu erfunden oder minimal verändert – allerdings nur in einem Maße, dass es den Betrachter nicht in die Irre führt, z. B. durch das Einzeichnen von Sackgassen an Stellen, an denen eh nichts vorzufinden ist. Absichtliche Fehler reichen von verfälschten Objekten über falsch oder unüblich geschriebene Namen bis hin zu Wegen oder Gebäude, die leicht versetzt wurden. Der Kartenurheber fügte derartige Fallen, die augenscheinlich erst einmal nicht ersichtlich sind, in sein Werk ein, um in einem eventuellen Urheberstreit einen eindeutigen Beleg zu haben, dass das andere Werk eine Kopie ist. Wurde beim Plagiat nämlich ebendiese nicht existenten Ortschaften, Straßen oder Geländeeigenschaften übernommen, kann die Kopie durch dieses Merkmal entlarvt werden. Ein fiktiver Ort wird zum Beweis für eine einzigartige Arbeit. Bei digitalen Karten erfolgt die Änderung oftmals an der niedrigsten Stelle der geografischen Koordinaten, die systematisch so verändert werden, dass es für den Benutzer unauffällig, bei Urheberrechtsstreits allerdings immer noch tragend ist.

Viele dieser präventiv eingebauten Inkorrektheiten wurden natürlich trotzdem beim Kopieren übernommen und haben ihren Weg in heutige Karten gefunden. Auch so genannte »Paper Towns«, Städte und Straßen, die durchaus geplant waren, aber nie realisiert wurden, sind heute noch in einigen geografischen Darstellungen zu finden, da oftmals Baupläne als Kartografievorlagen genutzt werden und Änderungen zu kurzfristig auftraten, um sie zu berücksichtigen, oder nicht mehr in der Karte Einzug fanden. Die »Papierstädte« sind nicht extistente Orte – meistens Straßenabschnitte – die auf der Karte zwischen den anderen wirklichen geografischen Gegebenheiten als solche nicht auffallen, außer man befindet sich real an dieser Stelle. Es gibt zahlreiche Beispiele von solcher Phantomorten, die im Nachhinein bekannt wurden, erst dadurch entstanden sind oder durch ihre Nichtexistenz Popularität erfuhren. Der fiktive Ort Agloe im US-Bundesstaat New York war beispielsweise zunächst als Plagiatsfalle gedacht und existiert mittlerweile tatsächlich: 1930 zeichnete der Gründer eines Straßenkartenverlags und sein Assistent einen nach ihren Anfangsbuchstaben (Otto G. Lindberg und Ernest Alpers) benannten Ort an eine Kreuzung in den Catskill Mountains. Nachdem sich dort allerdings zwanzig Jahre später ein Gemischtwarenladen ansiedelte und sich nach dem fiktiven Ort benannte (als Agloe General Store), wurde Agloe bei einem tatsächlich eintreffenden Urheberrechtsstreit von dem Gericht als existent erklärt. Fiktion wurde so nachträglich zu Realität.

Die Manipulation der Karte, das Erfinden von Ortschaften, Straßen und geografischen Eigenschaften kann nur funktionieren, wenn kartografische Konventionen eingehalten werden, wenn die Elemente als Teil der gesamten Karte akzeptiert werden können. Die nicht existente Information wird durch ihre Form glaubwürdig. Was passiert also, wenn alle inhaltlichen Daten frei erfunden sind und man nur gestalterische Entscheidungen zulässt? Sind Karten noch als solche zu bezeichnen, wenn man die Informationen, die sie wiedergeben sollen, negiert? Ein Informationsträger ohne Informationen? Was geschieht, wenn man Programme Karten anhand zufällig generierter Inhalte zeichnen lässt, jegliche politische, topografische, reale Fakten außer Acht lässt und so ganze nichtexistente Landstriche schafft? Informationen werden abstrakt, die zufallsgenerierten Darstellungen frei interpretierbar. Die von dem Programm geschaffenen Teile lassen sich so kombinieren, dass den zufällig generierten Orten eine ähnliche Glaubwürdigkeit zugesprochen werden kann wie den real erscheinenden Plagiatsfallen. Die Stadt, Ortschaft oder die geografische Beschaffenheit ist nicht mehr ausschließlich die erfundene Komponente in einem realen Umfeld – alles ist erfunden. Nichts kann bewusst manipuliert werden, weil alles manipuliert, alles zufällig ist. Die Karte an sich wird als ein ästhetisches, nicht mehr zweckmäßiges Medium präsentiert. Phantomortschaften und -landstriche werden geschaffen, um nicht zu existieren. Dieser Atlas zeigt die Ergebnisse und Anwendungen von Programmen und Generatoren, die nichtexistierende Orte, Städte, Landschaften und geografische Beschaffenheiten konstruieren, die frei mit eigenen Informationen gefüllt werden können, die abstrakt an kartografische Konventionen erinnern und (noch) keine Bedeutung haben, außer ihrer nicht existenten Existenz.

Der Zufall ist dabei die entscheidendste Komponente, da sie im direkten Kontrast zu der eigentlichen Intention einer Karte steht. Karten sollen im besten Fall als optimale Projektion der realen Welt erstellt werden, zumindest wenn sie zur Lokalisation, zur Wegführung und als seriöser Informationsträger dienen. Dabei sind die Fakten durch die Realität vorgegeben. Ohne diese Fakten lassen sich Karten generieren, die nicht-reale Erscheinungen zulassen, Unvorhersehbarkeiten einbeziehen und so Unmöglichkeiten erlauben. Fehler, die es bei der genauen Kartografie zu vermeiden gilt, schaffen hier neue Formen und Details, die die abstrakten Darstellungen, anders als bei realen geografischen Abbildungen, mehr bereichern als schaden.

Mit den Programmen lassen sich unter anderem topografische Grundkarten, Höhenkarten, Stadtpläne und geografische Darstellungen verschiedenster Art erzeugen. Einige wenige Parameter, die hauptsächlich die bildliche Gestaltung der Karten beeinflussen, lassen sich dabei vorher festgen. Alle anderen, das Ergebnis bestimmenden Werte werden vom Code zufällig oder nach Wahrscheinlichkeiten gewählt. Jedes Programm ermöglicht so eine Vielzahl an verschiedenen Ergebnissen. Diese können in weiteren Schritten durch die Kombinationen mit den willkürlichen Resultaten der Generatoren vermeintlich legitimiert werden. Namensgeneratoren geben fiktive Ortsbezeichnungen aus, Maßstäbe lassen sich ebenso zufällig generieren wie Autobahnnummern, Höhenangaben oder Koordinaten. Wirtschaftskarten können mithilfe beliebig zugeteilter Symbole Bedeutung und Möglichkeiten zur Interpretation erhalten. Auch der zusätzliche Einsatz der konventionellen kartografischen Zeichen schafft diverse Möglichkeiten zur nachträglichen Gestaltung und Veränderung. Dabei haben die Karten, egal wie viele Zusatzelemente Platz finden, keinen Informationswert. Dennoch lassen sich einige Programme bzw. deren Ergebnisse durchaus mit vorhandenen, realen Karten kombinieren, da eben kartografische Konventionen an vielen Stellen eingehalten wurden.

Das generierte Kartenmaterial kann mithilfe einer optionalen Zeichenmaschine ausgegeben werden. Eine zusätzliche Abstraktion ist dabei durch das Ausgabegerät bedingt und ermöglicht so eine zusätzliche Zufallskomponente. Nicht existierende Gelände und Ortschaften werden so durch eine unübliche Darstellungs- und Wiedergabeart neu interpretiert und gestaltet, nachträglich eingefügte Daten verschleiert. Das Zeichengerät ist eine Möglichkeit, jegliche die Kartengestaltung betreffende Entscheidung vollends Programmen zu überlassen. Dabei entstehen genauso wie auch bei den generierten Karten unvorhersehbare Fehler – Ausgangspunkt der ganzen Untersuchung.

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Pixel bahnen sich zufällig, nicht steuerbar ihren Weg in acht Himmelsrichtungen über die vorher festgelegte Gesamtheit der Fläche. Durch ihre Halbtransparenz schaffen Überlagerungen und doppelte Wege den Eindruck von unterschiedlich hohem Gelände. Landflächen ergeben sich durch Einfärbung – Freiflächen, die als Wasser oder andere geografische Abschnitte interpretierbar sind, durch simple Auslassung. Im schwankenden, vorher definierbaren Umkreis zu gewählten Koordinaten färben sich die Bildpunkte rot, um eine besondere Lokalität, beispielsweise eine Stadt, zu markieren. Am Rand des Bildbereichs angekommen, prallt der Sucher ab und bahnt sich einen anderen Weg. Da ausschließlich die Koordinaten bestimmbar sind, nicht aber der Laufweg des Pixels, kommen vollkommen unbeeinflussbare Ergebnisse heraus. Manchmal wird die Stadt nicht erreicht, aber ein anderer Weg gefunden. Teil des Programms ist deshalb die Nachvollziehbarkeit der Bewegung durch eine Echtzeitanimation.
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Die Platzierung der Berge in der topografischen Karte ergeben sich durch zuvor eingegebenen Koordinaten. Auch die Anzahl der Erhebungen kann vor der Erstellung der Landschaft exakt festgelegt werden. Das Gelände wächst in zufällig vielen Schichten in die scheinbare Höhe. Dabei kollidieren sie, wachsen zusammen und formen so – wenn sie nah genug beieinander sind – Bergketten und Täler. Die Farbigkeit der Schichten, Gipfel und des Hintergrundes können hierbei genau in Parametern definiert werden. Auch lassen sich Werte, wie beispielsweise der Maximaldurchmesser des Bergfußes, die Verschiebung des Gipfels und der zufällig große Versatz der Kreisgrundformen der Gestalt des Berges, beliebig ändern. Zusätzlich ist es möglich, Strukturen jeder Geländeerhöhung durch ein Linienraster nach Belieben zu veranschaulichen, das vom Boden bis in die Gipfel reicht und alle Ebenen miteinander verbinden kann. Das Terrain kann je nach Farbwahl auch zu Tiefen oder Wirkungsradien umdefiniert werden.
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Neben der Verwendung als vielseitig einsetzbares Modul, ermöglicht dieses Programm die Darstellung einer Ortschaft in Vogelperspektive. Straßenverlauf, Anordnung, Größe und Drehung von Gebäuden sowie der Verlauf der Stadtgrenze sind ebenso zufällig wie die Platzierung der Örtlichkeit auf der Karte. Allein die Farbigkeit kann gewählt werden. Die simple Darstellungsart bietet jedoch einen umso größeren Interpretationsspielraum. Die Fläche um das Stadtzentrum herum ist optional einblendbar und wird durch den Durchschnitt aller Gebäude generiert. Durch die Ortschaft führt eine kurvenreiche Straße, die sich von einem Rand der Karte zu einer anderen erstreckt.
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Wirtschaftskarten stellen einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Kartenmaterial dar. Bei diesem Programm werden nicht nur vermeintliche Wirtschaftsfelder, gesellschaftliche Teilungen oder Größenverhältnisse visualisiert, auch Städte, Landkreise und Straßenverläufe finden Einzug in diese vielfach interpretierbaren, informellen, gestalterisch jedoch reduzierten Darstellungen. Hierbei kann zwischen zufällig gewählten und explizit definierten Farben entschieden werden.
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Ähnlich wie die vorherige Wirtschaftskarte domi-nieren bei diesen Darstellungen die farbigen Flächen den Bildaufbau. So lassen sich je nach Wunsch Kulturlandschaften, argrare Wirtschafts- und Betriebsformen genauso erkennen wie Siedlungstypen, komplexe Raumordnungen oder Besitzverhältnisse. Die Abgrenzungen werden hier durch Kurven definiert. Zufällig geformte, schwarze Flächen in verschiedensten Größen und Formen markieren Ortschaften im Gelände, die durch festlegbare Koordinaten genau platziert werden können. Verbunden werden diese vermeintlichen Dörfer und Städte mit Straßen, die sich über die Karte erstrecken. Die Farbgebung ist in der Standardeinstellung zufällig, kann aber nach Belieben definiert und angepasst werden. Diese Wirtschaftskarte lässt sich durch die Programmmodule f_latitude und f_river erweitern und dadurch umfangreicher gestalten. Zusätzlich können die Namen- und Symbolgeneratoren für den gewünschten Inhalt sorgen.
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Punktdichtekarten eignen sich besonders für die Darstellung von Mengenverteilungen oder Verhältnisdarstellungen. Dazu wird die Fläche in quadratische Abschnitte unterteilt, dessen Größe vorher festgelegt werden kann. Diese Felder werden nach bestimmbaren Wahrscheinlichkeiten mit einer unterschiedlich starken Dichte an schwarzen Bildpunkten gefüllt, sodass sich im Raster Verhältnisse und Mengenverteilungen ergeben. Dazwischen sind – wenn erwünscht – weiße Flächen möglich. An einer definierten Koordinate und in einer variierenden Distanz dazu entsteht ein Ballungsgebiet, wo die Punktdichte zunimmt. Sobald die gesamte Bildfläche mit dem Punktraster gefüllt ist, verteilen sich Straßenzüge, deren Strichstärken definiert werden können, zufällig über das Gelände und das Gebiet wird durch weiße, am Rand befindliche Landabschnitte begrenzt. Dadurch scheint die Karte das Mengenverhältnis oder die Verteilung eines beliebig auslegbaren Themas in einem vergrößerten Stadtabschnitt darzustellen.
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Diese Kreiskarte bietet eine konzentrisch gerichtete Draufsicht auf vermeintliches Gelände. Durch eine beliebige Anzahl an überlagerter, halbtransparenter Flächen schichten sich Landmassen im Bildzentrum auf. Dabei generieren sich die Ebenen in Form und Größe anhand einer bestimmbaren Anzahl an Kreispunkten, die innerhalb von festgelegten Parametern zufällig verschoben werden. Die stark abstrakten, organisch wirkenden Flächen erhalten so einen diffusen Charakter.
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Über die Bildbreite ziehen sich in Halbtonflächen zufällige Höhenebenen. Dadurch entstehen als Bergmassen, Querschnitte oder Wellen interpretierbare Schichten. Die Breite der Karte wird gleichmäßig in eine frei wählbare oder alternativ zufällig generierte Anzahl an Abschnitten eingeteilt, an denen dann die Höhen generiert werden. Durch die Überlagerung der transparenten Farbflächen, deren Kolorierung standardmäßig schwarz ist, jedoch genau definiert werden kann, entstehen Verläufe und Schichtungen. Diese werden mit dünnen, weißen Linien umrahmt und mit ihrem Ursprung auf der x-Achse verbunden. Die dadurch architektonisch anmutende Darstellung lässt sich vielfach interpretieren und nach eigenen Vorstellungen gestalten. Die Größe der Karte und Angaben wie beispielsweise die maximale Höhe der Schichten oder die minimale Anzahl an Höhenpunkten lassen sich vorher im Programm genau festlegen.
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Mit zufällig angeordneten und verbundenen geometrischen Formen und unterschiedlich dunkler Farbgebung wird die Draufsicht auf ein Gelände-ausschnitt generiert. Die Höhenebenen dieser vermeintlichen Inseln oder Berge werden mit Hilfe weißer, dünner Linien auf eine zugehörige Seitenansicht bzw. einen Querschnitt darunter übertragen. Der hohe Abstraktionsgrad kann minimal durch Position der Grafik, Farbgebung oder der Höhenpunktangabe beeinflusst werden.
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Die stark abstrakte Darstellung eines Stadtraums wird von einem zufällig verwobenen Straßennetz durchzogen. Zufällige, aber auf den Großraum der Stadt bezogene Grenzlinien ermöglichen Interpretationen zu Raumordnungen, Stadtgrundrissen und -entwicklungen sowie politischen Gliederungen. Die Farbgebung ist dabei das einzige, was bestimmt werden kann und ist ausschlaggebend für den Nutzen der Karte. Die Grenzlinien lassen sich ebenso ausblenden wie der Straßenverlauf, der vom Stadtzentrum heraus aufgebaut wird. Diese Karte lässt sich vor allem mit den Programmmodulen f_latitude für Breiten- und Längengraden und mit f_land für Land- oder Wasserabschnitte ergänzen.
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In einem 3D-Ausschnitt wird ein räumliches Gelände erzeugt. Ein Gitternetz beschreibt dabei Höhen und Tiefen der Landschaft, deren Struktur durch Licht und Schatten zusätzlich definiert wird. Wie stark die Oberflächenbeschaffenheit dabei zwischen den Höhen variiert, kann vorher mit Richtwerten bestimmt werden. Wo genau sich allerdings die Topografie des Ausschnittes verändert, bleibt zufällig. Wie bei den meisten anderen Karten ist auch hier die Farbgebung für das vermutlich Dargestellte entscheidend: Berglandschaften können ebenso generiert werden, wie eine aufgewühlte Wasserregion. An festlegbaren oder wahlweise vollkommen beliebigen Koordinaten lassen sich Linien platzieren, die besondere Orte markieren sollen. So lassen sich gezielt Informationen im Gelände verorten. Auch die Landtiefe des ausgeschnittenen Terrains kann festgelegt werden.
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Bergquerschnitte, aufgetürmte Gesteinsschichten, Höhendarstellungen einer Gebirgskette – das sind einige der Interpretationsmöglichkeiten, die die Ergebnisse dieses Programms bieten. Über die Breite des Bildes werden in zufälliger Höhe in beliebiger Anzahl Bildpunkte gleichmäßig verteilt und miteinander verbunden. Abhängig von diesen Grundformen werden eine entweder genaue oder willkürliche Summe an Schichten interpoliert. Dabei gibt es unterschiedlich große Verschiebungen in der Platzierung. Mit der frei wählbaren Füllfarbe lässt sich ein Verlauf erzielen, der zusätzlich die Höhen beschreibt. Die Verbindungen der einzelnen, für die Struktur bedeutenden Punkte mithilfe einer dünnen, vordefiniert weißen Linie erzeugen ein Gitternetz, das dem Gebirge nicht nur zusätzliche Tiefe und Oberflächenstruktur verleiht, sondern auch eine getreue Darstellung natürlicher Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten suggeriert. Ein schwarzer Hintergrund ermöglicht der gesamten Darstellung einen verstärkt informellen Charakter.
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Mithilfe des Programms lassen sich auch hier topografische Karten zahlreicher Arten generieren. Dabei stehen hier vor allem Talzüge im Vordergrund. Diese können sich in acht verschiedenen Weisen über die Grundfläche erstrecken und haben dabei zugleich zufällige, kurvenreiche Verläufe. Diese Strecken lassen sich zum einen als Weg oder Flusslauf ein- und ausblenden, zum anderen dienen sie zur Interpolation und zum Generieren des umliegenden Geländes. In unterschiedlichen und zufällig vielen Schichten entstehen Gebirge – oder je nach Ausrichtung und Farbgebung Tiefen – in der Landschaft. Die Darstellungen passen sich an eine variable Bildgröße an und ermöglichen die Schaffung von detailliertem Gelände. Eine einfache, auf Linien reduzierte Darstellung erlaubt überdies eine unkomplizierte Kombination mit vorhandenen, nicht programminternen Kartenmaterial. Die Schichtlinien können dabei beispielsweise leicht zu Radien sowie Informationsdarstellungen gestaltet und somit uminterpretiert werden.
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In einem quadratischen Ausschnitt wird eine räumliche Landschaft durch unterschiedlich lange, von einander abhängige Quader generiert, die auf ein gleichmäßiges, zweidimensionales Gitterraster ba-sieren. An bestimmten Koordinaten, die entweder willkürlich vom Programm gewählt oder vorher genau bestimmt werden, schichtet sich das Gelände in besonderer Ausprägung auf. Berge kollidieren, summieren sich und schaffen dadurch tiefe Täler und Gebirgsketten. Eine Lichtquelle und die damit verbundene Renderung von Helligkeit und Schatten verleihen dem dreidimensionalen Gebilde zusätzliche Struktur und Tiefe. Der Blickwinkel auf die Landschaft kann dabei ebenso kontrolliert werden wie ihre Position im Bild. Auch die Größe des Gitternetzes, somit die Basis des Ausschnittes und die Grundfläche der Quader lassen sich bestimmen. Die durch die geometrischen Grundformen bedingte grobe Anmutung des Geländes lassen auch Uminterpretationen zu Infografiken für beispielsweise Mengenverteilungen zu.
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Eine der plakativsten Karten ist der generierte, grobe Stadtplan. In einem Raster werden zufällig vorher implementierte Kacheln in Form von Bilddateien eingesetzt. Das Programm wählt einzelne Grafiken abhängig von den umliegenden Elementen, sodass sich logische Abfolgen ergeben. Zunächst entsteht so die Grundform der Ortschaft, deren Farbe vorher frei bestimmt werden kann. Die Fläche konzentriert sich in der Bildmitte und bricht nach bestimmten Wahrscheinlichkeiten zu allen Seiten zufällig aus. Anschließend legt sich ein Straßennetz mit dem gleichen Verfahren in der Hintergrundfarbe über den Grundriss. Dadurch entstehen scheinbare Viertel, Häuserblöcke oder Innenstädte. Die grobe Darstellung und einfachen geometrischen Formen begünstigen vor allem eine glaubwürdige Abbildung der Stadt in kleinen Größen. Die Bilddateien lassen sich mit externen Programmen ergänzen oder verändern, um eigene Anforderungen an den Stadtplan sowie geografische Wünsche oder Besonderheiten zu realisieren.
Map_015
Wirtschaftsgenerator
Mais
Neu generieren
Namensgenerator
Bad Altenheim
Neu generieren
Mustergenerator
Friedhof
Neu generieren
Symbolgenerator
Neu generieren
Der Zugangscode befindet sich unter dem Kapitel »Download« im Atlas.
Für die Programme ist die Installation von Processing notwendig.
  • f_city
  • f_land
  • f_latitude
  • f_river
  • f_roads

  • Farbwähler
  • Koordinatengenerator
  • Wirtschaftsgenerator
  • Generator für Höhen, Straßen und Maßstäbe
  • Namensgenerator
  • Mustergenerator
  • Symbolgenerator
Typ I
Rein topographische Karte I
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Ihre eMail-Adresse:
Typ II
Rein topographische Karte II
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Ihre eMail-Adresse:
Typ III
Topografische Karte mit Bezeichnungen
(Beispiel – Motiv wird zufällig gewählt.)
Format
  • A4
    (210 x 297mm) 15€
  • A3
    (297 x 420mm) 25€
  • A2
    (420 x 594mm) 50€
Farbe
Bezeichnungen
  • Deutsch
  • Englisch
  • Zufällig
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Maria Sieradzki
2016
sieradzki.maria@gmail.com